Unternehmen brauchen Design. Die Markenbetreuer großer Unternehmen haben aber in den seltensten Fällen eine fundierte Designausbildung genossen. Trotzdem zweifeln sie nicht an ihren Fähigkeiten, die richtigen Entscheidungen zu treffen – ein Nachteil? ROGER möchte wissen, wie die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Disziplinen funktioniert. Welche gestalterischen Bedürfnisse hat ein Unternehmen? Inwiefern werden Werbung und Design getrennt? Wie werden Wünsche generiert? Zwei Experten und Markenlenker großer deutscher Unternehmen, beide Wirtschaftswissenschaftler, haben sich unseren Fragen gestellt. Liebe Designer, schaut genau hin!
Montag, 25.10.2004
Flughafen Köln/Bonn Germanwingscontainer – 15:12 Uhr
Interview mit Herrn Schaible,
Marketingchef der Germanwings GmbH
ROGER: Sie stellen keine Produkte her, sondern verkaufen ein Erlebnis, beziehungsweise eine Dienstleistung. Wo greift bei Ihnen Design ein?
Schaible: Wir halten auch in einem »Discountsegment« aus zwei Gründen das Design für sehr wichtig. Gerade da, wo eine Dienstleistung mit einem sehr preissensiblen Segment zusammenkommt und der Preis eine absolut starke Rolle spielt, muss man Differenzierungsmöglichkeiten gegenüber Konkurrenten finden. Das macht man wesentlich auch über den visuellen Eindruck, den man hinterlässt. Zum anderen haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, Low-Cost auf eine eigene Art zu interpretieren. Wir wollen einen sehr günstigen, kompetitiven Preis anbieten, gleichermaßen aber in der Wahrnehmung hohe Qualität liefern; natürlich eine Qualitätswahrnehmung in Verbindung mit Low-Cost. Vereinfacht gesagt: Deutsche Linienflugqualität zum Günstigpreis. In der ganzen visuellen, haptischen und sonstigen Wahrnehmung soll auch eine gewisse Wertigkeit mit rüberkommen.[...]